Unverträglichkeiten

Was bedeutet Unverträglichkeit für Nahrungsmittel und wie können Sie sich äußern? Und warum sind sie so wichtig?

Nahrungsmittel Unverträglichkeiten haben verschiedenste Gesichter, aber das wichtigste ist, die Unverträglichkeiten zunächst einmal von den Allergien abzusetzen:

Allergie

Mit Allergie meint man im deutschen Sprachraum immer eine Reaktion vom Soforttyp. Das soll heissen, dass nach dem Kontakt mit dem problematischen Stoff - dem Allergen - in kürzester Zeit eine Reaktion auftritt. Diese Reaktionen können ganz unterschiedlich aussehen, aber allen gemein ist das sofortige auftreten von Krankheitssymptomen.

Näheres zum Thema Allergie wird in einem anderen Artikel aufbereitet.

 

Unverträglichkeit 

Sehr viele Menschen haben mehr oder weniger ausgeprägte Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Diese können unmittelbare Wirkungen im Sinne von Schmerzen oder Problemen mit der Verdauung mit sich bringen.

 

Dies betrifft aber eher die wenigeren Menschen, da die meisten ’schon immer’ Blähungen oder wechselnde Stuhlgänge oder Durchfälle haben, so dass sie diesen Zustand als ’normal’ betrachten und gar nicht darauf kommen den Zustand als ungewöhnlich anzusehen - der Körper ist eben ein Wunderwerk in der Gewöhnung! 

Jedoch kommt es bei allen Menschen mit Unverträglichkeiten zu mittelbaren Problemen, also nachgeschaltete Probleme, die sich auf dem Boden der ‚Ursache‘ Nahrungsmittelunverträglichkeit ausbilden. Der Hauptgrund für alle nachgeordneten Störungen ist Malabsorption, das bedeutet, dass die gestörte Darmschleimhaut nicht in der Lage ist wichtige Nährstoffe aus der Nahrung aufzunehmen und diese den Stoffwechselvorgängen zur Verfügung zu stellen. Abhängig davon, welche Stoffwechselvorgänge davon betroffen sind, können die ausgelösten Symptome, also die Beschwerden, die der Patient schildert, sehr unterschiedlich sein. Da die meisten Beschwerden auf den ersten und zweiten Blick überhaupt keine Beziehung zur Ernährung haben und noch dazu verzögert auftreten (sogenannte 72 Stunden Reaktion), fällt es naturgemäss schwer, eine Beziehung herzustellen.

Unverträglichkeiten können gegen verschiedenste Stoffe bestehen und aus unterschiedlichen Gründen auftreten. Am häufigsten verbreitet sind in Deutschland derzeit Unverträglichkeiten gegen:

  • Glutenhaltige Getreide
  • Milch und Milchprodukte
  • Eier

Daneben können auch Unverträglichkeiten gegen Metalle (häufig Nickel), Medikamente oder verschiedenen Bindemittel und Farben und Lacke bestehen, so dass es zu den gleichen Symptomen kommt, wie nach dem Genuss unverträglicher Nahrungsmittel.

 

Symtome

Dies ist eine kleine aber unvollständige Übersicht der möglichen Beschwerden, die durch Unverträglichkeiten ausgelöst werden können:

  • Schmerzen im Bewegungsapparat mit oder ohne Gelenkveränderungen
  • Entzündliche Muskel- und Sehnen- und Gelenkerkrankungen (Rheuma, Fibromyalgie, Arthrose)
  • Konzentrationsstörungen, bei Kindern zum Teil Lernstörungen
  • Heuschnupfen oder Tierhaar- und Hausstauballergie
  • Asthma bronchiale
  • Schuppenflechte oder Psoriasis, Hautausschläge
  • Immundefekte oder immer wieder auftretende grippale Erkrankungen
  • Müdigkeit zum Teil mit Schlafstörungen (Ein- oder Durchschlafen)
  • ungewöhnliche Erschöpfung mit verminderter Leistungsfähigkeit, keine Erholung durch Wochenende oder Urlaub
  • schnelle Überforderung in Beruf oder Alltag mit oder ohne gedrückte Stimmung
  • Bluthochdruck mit oder ohne Gefäßveränderungen
  • entzündliche Darmerkrankungen
  • Schwindel
  • Migräne oder dauerhafte Kopfschmerzen
  • Sodbrennen oder Refluxerkrankung

Der Hauptteil dieser Beschwerden wird durch die immunologischen Prozesse ausgelöst, die zu einer Voraktivierung der Immunzellen führt und nachfolgend Fehlfunktionen in verschiedenen Organsystemen und im Ablauf mancher Stoffwechselfunktionen hervorruft oder bahnt.

Im Gegensatz zu den wenigen durch Geburt erworbenen, also im Erbgut angelegten Unverträglichkeiten, die in der Regel im Laufe der ersten Lebensjahre entdeckt und behandelt werden müssen, wie z.B. die Zöliakie oder Sprue, bei der auf dem Boden eines Enzymmangels überhaupt kein glutenhaltiges Nahrungsmittel vertragen wird, sind die meisten Nahrungsmittelunverträglichkeiten ‚hausgemacht‘ und werden durch verschiedene, beeinflussbare Faktoren erworben. Sie ‚schleichen‘ sich gewissermassen erst an, so dass die damit einhergehenden Veränderungen nicht ‚auf einmal‘ da sind, sondern nach und nach kommen, weshalb sie von vielen Menschen als ‚normal‘ oder altersbedingt angesehen werden.

Dabei steht die Ursache für die meisten Unverträglichkeiten unter dem Überbegriff ‚Stress‘, wobei mit Stress bei weitem nicht nur ‚zu viel Arbeit‘ gemeint ist. Stress, egal aus welcher Ursache, erzeugt einen Zustand, bei dem alle Körperfunktionen im Fluchtmodus arbeiten. Physiologisch bedeutet Stress für den Organismus den Zustand der Alarmbereitschaft, wobei der Sympathikus aktiviert ist. Am einfachsten ist es sich unter Sympathischer Aktivierung den Jagd- oder Fluchtmodus vorzustellen, wobei sofort klar wird, dass für beide Aktionen Muskeln, Sehnen und Knochen wichtig sind und durchblutet werden, aber nicht das Verdauungssystem. Das Verdauungssystem wird nämlich erst aktiviert, wenn das Mammut erlegt ist und in der Höhle über dem Feuer brät. Dann erst fällt die Anspannung von Jagd und Flucht ab und der Organismus bereitet sich auf die Nährstoffaufnahme vor. 

Wenn man also beim Essen telefoniert mailt oder simst (oder whatsappt) (egal ob an den Chef, den Angestellten oder die Schwiegermutter), wird man sich schwer tun das Verdauungssystem einzuschalten. 

Allerdings soll dies nur als plakatives Beispiel dienen, denn die Gesamtheit von Stress entsteht viel häufiger aus einer Vielzahl von Faktoren, die den Organismus in eine ungünstige Stoffwechsellage bringen. 

 

Verursachende Faktoren

Einige dieser Faktoren, die dazu beitragen können, den Köper in Stress zu versetzen, finden Sie hier: 

  • Problematische Work-Life Balance (das ist tatsächlich das, was man als beruflichen Stress bezeichnen würde)
  • Direkte Eingriffe in die Ökologie des Körpers (Antibiotikagaben, Tumore)
  • Unverarbeitete Erlebnisse, die zu seelischem Stress führen (‚Schleudertrauma' der Seele)
  • Unverarbeitete Unfälle, die zu körperlichem Stress führen ('Schleudertrauma' des Körpers)
  • Akute oder chronische Vergiftungen (z.B. mit Schwermetallen wie Zahnmaterialien oder Arbeitsstoffen)
  • Chronische Infektionen, die sich auf dem Boden von verminderter Immunabwehr halten können
  • Narben, die zu Störfeldern werden können (nach Unfällen, oder Operationen)
  • Verdeckte Störherde beispielweise an den Zähnen oder bei immer wiederkehrender Blinddarmreizung
  • Genetische Besonderheiten, die gewisse Stoffwechselfunktionen ungünstig beeinflussen
  • Bewusstes oder unbewusstes Fehlverhalten (z.B. viel zu viel oder überhaupt keine Bewegung)
  • Falsche Essgewohnheiten (Essen zur falschen Zeit oder unter Zeitdruck oder falsche Ernährung an sich)

 

Diagnostik

Es bestehen unterschiedliche Möglichkeiten sich über eine Unverträglichkeit Gewissheit zu verschaffen:

IgG Antikörpertest

Dabei wird das Blut des Patienten auf Antikörper der Immunglobulinklasse IgG gegen verschiedene Nahrungsmittel untersucht. Das hat den Vorteil, dass der Patient nicht mit dem möglicherweise allergenen, also einen Immunreaktion auslösenden Stoff, in Kontakt gebracht werden muss (wie es beispielsweise bei einem Pricktest, dies ist ein Hauttest auf Allergien - gemacht wird. Er verschafft einen grossen Überblick, über die in Frage kommenden Nahrungsmitttel. Wichtig ist herbei, dass eine ausgeprägte Immunreaktion auf ein bestimmtes Nahrungsmittel zwar in erster Line eine Sensibilisierung anzeigt, in zweiter Linie aber eine gewisse Schrankenstörung des Darmes bestehen muss, um diese Reaktion zuzulassen. Dies bedeutet, dass bei Vermeidung unverträglicher Nahrungsmittel viele Symptome zwar sehr schnell deutlich verbessert werden können, langfristig aber noch nach dem zugrundeliegenden Problem geforscht werden sollte.  

 

Lymphozyten Transformationstest

Beim Lymphozyten Transformationstest, wird ebenfalls ausserhalb des Blutkreislauf nach Reaktionen geforscht. Die Idee ist dabei sehr ähnlich dem IgG Antikörpertest, es wird jedoch auf Reaktionen der Lymphozyten (Fabriken für Antikörper) untersucht. Diese Untersuchung ist vor allem bei Nicht-Nahrungsmittel-Ausgelösten Unverträglichkeiten erforderlich, etwa bei Bindemitteln, Lacken, Farben, Metallen oder ähnlichen erforderlich. Der Test kann als noch etwas spezifischer aufgefasst werden, da der IgG Antikörpertest auch längere Zeit nach Absetzen eines unverträglichen Nahrungsmittels noch Reaktionen zeigt, da bereits gebildete Antikörper noch längere Zeit frei im Blut verfügbar sind, während die Produktion in den Fabriken der Antikörper (den Lymphozyten) bereits deutlich zurückgefahren wurde.

 

Therapie

Die Therapie bei Unverträglichkeiten folgt zwei verschiedenen Linien:

  • Falls sich einen primäre Unverträglichkeit zeigt, d.h. eine nicht erworbene Unverträglichkeit, sondern eine, die auf ererbter Basis, gewissermassen genetisch vorgegeben ist, werden wir zur dauerhaften Vermeidung des betreffenden Nahrungsmittels raten. Je nach Ausprägung der Symptome und der Beschwerden hilft in manchen Fällen auch eine deutliche Reduzierung der Einfuhr.
  • Falls sich eine sekundäre, d.h. erworbene Unverträglichkeit zeigt, ist der erste Weg, um die Beschwerden zu verbessern zwar auch die Vermeidung des unmittelbaren Auslösers, jedoch sollte in diesem Fall unbedingt eine erweiterte Abklärung erfolgen, um mitverursachende Probleme zu finden und zu entfernen.

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