Darmdysbiose

Bei vielen meiner Patienten - also Ihnen - liegt die Wurzel des Übels im Darm. Im Darm sitzt der Tod. Wird Paracelsus zugeschrieben. Ich war nicht dabei und will mich auch nicht streiten. Auch nicht darüber, von wem der Umkehrschluss ist. Nämlich: Im Darm sitzt das Leben. Ist aber vollkommen wahr! Nicht erst seit die blitzgescheite Giulia Enders als Medizinstudentin ihr wirklich inhaltlich hervorragendes aber vor allem auch wirklich gut lesbares Buch 'DARM MIT CHARME' herausgebracht hat. Wenn Sie das Folgende wirklich verstehen wollen, dann rate ich Ihnen dringend das genannte Buch zu kaufen. Und zu lesen!

Mir geht es um einen wirklich so kurz wie möglichen Kommentar zur Dysbiose. Kommt bei den Stuhltests oft zu Tage. Die wir in einem Speziallabor auswerten lassen. Aber was heisst das? Was macht das mit mir? Wie komm ich da wieder raus? Alles richtig und wichtig. Hier für alle, die es gar nicht so genau wissen wollen wie immer der Hinweis:

Tun Sie einfach, was ich Ihnen sage - genau so, wie ich es Ihnen sage! Ja das dauert. Und manchmal kostet es auch Geld. Aber es hilft. Also bleiben Sie dran.

Für alle, die es doch genauer wissen wollen, hier also ein paar Erklärungen:

Dysbiose bedeutet Fehlbesiedelung. Das soll heissen, dass sich in einer bestimmten Region des Darmes die falschen Bakterien angesiedelt haben. Häufig sind es dann zu viele. Oder zu wenige. Das kann verschiedene Gründe haben. Oft ganz einfach: Falsche, um es mit Dr. Ulrich Strunz zu sagen, nicht 'artgerechte' Ernährung. Vor allem Kohlenhydrate - davon zu viele - füttern die Pilze und Fäulniskeime im Darm. Die dürfen da wohnen. Ist sogar notwendig. Es sollten aber nicht zu viele sein. Denn wenn die Fäulniskeime arbeiten, entstehen Gase. Kann man riechen. Kann man oft auch spüren - am Druck im Bauch, am Unwohlsein. Die Fäulnisbakterien freuen sich immer, wenn jemand nicht gut im Zerlegen von Nahrungsmittel ist. Denn sie wohnen am Ende des Darmes und bekommen nicht viel vom Kuchen ab, wenn jemand gut im Verdauen ist. Dysbiose bedeutet aber eben auch Fehlbesiedelung im Sinne von zu wenige Darmbakterien in manchen Regionen. Gerade die, die am Eingang zum Darm leben, die 'guten' Bifidobakterien und die Lactobazillen sind oft schnell beleidigt. Und ziehen sich dann zurück. Dann ist keiner mehr da, der die wichtige Zerlegearbeit am Eingang vom Darm macht. Das ist schlecht.

Aber der Reihe nach!

Es gibt ganz grob etwa 5 Hauptgründe für eine Dysbiose. Also eine Fehlbesiedelung:

  • Kauen - beziehungsweise Nicht-Kauen
  • Echte Fehlernährung, dazu zähle ich auch richtige Dinge zu falschen Zeiten oder in falschen Situationen zu essen. Oder zu schnell - siehe oben!
  • Angeborene oder erworbene Nahrungsmittelunverträglichkeit. Oft ausgelöst durch den vorigen Punkt
  • Einnahme von Antibiotika wegen Darmentzündungen oder Infekten in anderen Regionen - das tötet als erstes die Bakterien im Dünndarm und dann erst das Bakterium im Gewebe auf das eigentlich gezielt wurde. Klar Antibiotika RETTEN LEBEN. Aber wenn das Leben gerettet ist, braucht der Darm dringend Streicheleinheiten
  • Belastung mit Toxinen besonders Schwermetalle. Gerade Pilze lieben Schwermetalle. War auch der Grund, warum man nach Tschernobyl (für die Jüngeren unter uns: das war eine Reaktorkatastrophe in der Ukraine 1986 - mit Ausfällung von radioaktivem Regen über weiten Teilen Europas) keine Pilze mehr im Wald sammeln durfte. Weil die Pilze sich die leckeren Zäsium Isotope aus dem vollgeregneten Boden gesaugt hatten. Übrigens auch keine Milch. Und keine Wildschweine - damals.

Aber ich will eigentlich nicht alle Ursachen im Einzelnen durchkauen. Sondern eher erklären, was man dagegen tut. Also meine Empfehlungen erklären.

Ein Problem will ich aber doch noch genauer erklären, denn es ist so unglaublich einfach abzustellen und belastet den Darm so sehr! Es beginnt nämlich oft schon im Mund. Nämlich beim KAUEN. Beziehungsweise NICHT-KAUEN. Denn Kauen dient nicht allein dem Zerkleinern der Nahrung. Sondern vor allem auch dem Vermischen. Mit im Speichel befindlichen Verdauungsenzmyen, die Nahrung aufspalten müssen, damit sie klein genug wird, dass wir sie durch die Darmwand transportiert bekommen. Also auf die andere Seite des Darmes bringen können. Um daraus uns selbst zu bauen, zu reparieren, auszutauschen. Allein nicht zu KAUEN kann dafür sorgen, dass zu grosse Nahrungsbestandteile in Bereiche des Darms vordringen, wo sie nicht hingehören, weil dort keine Enzyme mehr zum Spalten sind oder die falschen Bakterien gefüttert werden. Das bedeutet, wenn bei Ihnen die Fäulniserreger (Klebsiellen, hämolysierende Streptokokken, Candida,a Aspergillen, Geotrichen) überwuchern, sollten Sie es echt mal mit KAUEN versuchen. Dann dann werden Nahrungsbestandteile früher zerkleinert und die hochenergetischen Energiebausteine (Eiweisse, Kohlenhydrate) schon über die Darmwand aufgenommen, BEVOR sie in die Bereiche wandern können, in denen die Fäulniserreger damit ihren Nachwuchs füttern. So kann man die nämlich auch aushungern. Es muss nicht immer NULL KOHLENHYDRATE als Anti Candida Kur sein. Die Kohlenhydrate dürfen nur nicht bei den Pilzen ankommen: ALSO KAUEN. 

Damit bin ich dann auch schon mitten im zweiten Punkt auf der obigen Liste. Man kann nämlich auch richtig gute Dinge essen. ABER! VÖLLIG! FALSCH! Es ist vorgesehen, dass der Mensch das Mammut zwar in der PRÄRIE jagt, aber erst IN DER HÖHLE isst. Warum? Weil der Mensch von der Natur durch Selektion, oder von Gott, oder der Vorsehung oder von Allah zwar mit sehr viel Gehirn, aber mit sehr schlechten Verteidigungswaffen ausgestattet ist. Daher wird nach Möglichkeit nicht im ungeschützten Bereich gegessen und schon gar nicht im Stehen. Ich sag nur Currybude. Deshalb sucht man sich im Lokal eben auch gerne den Tisch, wo man niemanden im Rücken sitzen hat. Einfach besserer Überblick über mögliche Feinde. Ja - auch besserer Ausblick ;-) Auf jeden Fall braucht man entwicklungsgeschichtlich beim Essen Ruhe und vor allem Sicherheit vor Feinden. Damit meine ich auch die wohlmeinenden Kollegen in der Kantine. Damit meine ich aber auch die Email vom Chef. Die man während des Essens liest. Da ist man nicht in der Höhle, da ist man - auf der Flucht...  Dann KAUT man nicht, man schlingt... denn man muss ja nur das Überleben sichern. Während man weiter rennt. Flucht oder Jagd, je nach Position im Unternehmen oder in der Gesellschaft. Und wenn man sich dann auch noch jemanden mit dem Rücken zum Feind im Burgerlokal vorstellt, da braucht's nicht viel Phantasie, würde ich sagen... und dann - siehe oben...

Zur Nahrungsmittelunverträglichkeit als Ursache für Dysbiose habe ich mich schon hier geäussert. Und hier nochmal - bitte dort nachlesen.

Antibiotikaeinnahme ist auch häufig. Und häufig eben auch die Ursache für Dysbiosen. Geht ja gar nicht anders. Wenn ich eine Kapsel schlucke, in der ein Wirkstoff ist, der Bakterien abtötet, dann natürlich am effektivsten da, wo die Kapsel aufgeht. Im Darm. Wo sonst. Ich wiederhole: Antibiotika können LEBEN RETTEN. Sogar ich verschreibe manchmal welche, aber danach muss man eben den Darm wieder in Ordnung bringen. Manchmal geht das ganz schnell und manchmal langsamer.

Am hässlichsten ist das Kapitel mit den Toxinen und den Schwermetallen. Weil häufig schwer in den Griff zu bekommen. Und nebenwirkungsbehaftet. Aber wo es notwendig ist, machen wir das auch. Gemeinsam. Auch zu dem Thema gibts schon einen Artikel und es ist zu komplex, um es hier nochmal wiederzugeben. Nur kurz. Wenn Pilze überwuchern, weil sie sich an Schwermetallen sattessen, dann hilft weder eine Diät noch eine Ernährungsumstellung. Da hilft noch nichtmal KAUEN. Naja, stimmt nicht ganz. Hilft alles - aber eben nur symptomatisch und nicht ursächlich. Und das bedeutet, dass die Pilze in der Regel wiederkommen. Also müssen erst die Metalle weg. Leider. Aber alles machbar. Aufwändig aber machbar.

Was also tun?

Allen Variante oben ist gemein, dass die Zusammensetzung der Darmbakterien nicht stimmt. Das kann man messen. Durch einen Stuhltest. Den muss einer machen, der das schon oft gemacht hat. Deshalb schicken wir - beziehungsweise Sie - die Proben sozusagen druckfrisch an ein Speziallabor. Das ist wichtig. Mitunter auch teuer. Müsste vielleicht nicht sein, aber ich habe da so einen Rechtfertigungszwang. Wenn ich verursache, dass jemand Geld ausgeben muss. Daher wiederhole ich an dieser Stelle der Vollständigkeit halber nochmal: Auch an diesen Untersuchungen habe ich wirtschaftlich keinen Anteil. Ich verdiene nichts daran, dadurch können Sie (und ich) versichert sein, dass ich Ihnen einen Stuhltest wirklich NUR dann empfehle, wenn ich denke, dass wir beide vom Ergebnis profitieren. Ich, weil ich Ihnen besser helfen kann und Sie, weil Sie die Ursache Ihres Problems besser verstehen. Win - Win sozusagen. Eigentlich sogar Win - Win - Win, denn das Labor verdient ja wirklich daran. Aber die haben ja auch die Arbeit...

DAS PROBLEM besteht wieder mal in einer Meinung. In diesem Fall die Meinung der Fachgesellschaft für Gastroenterologie - also das Hoheitsgebiet der Inneren Mediziner und der Magen-Darm Spezialisten, die überall mit flexiblen Fernrohren reingucken können. Und die Dysbiose - also die Bakterien - nicht sehen können. Und auch keinen brandrot entzündeten Darm sehen können. Die sagen nämlich, dass Stuhltests keine sinnvollen Ergebnisse bringen. Weil 'Aussentemperatur beim Probentransport nicht beeinflussbar' und 'Stuhlprobe muss noch körperwarm untersucht werden'  und 'Optimalzusammensetzung der Darmbakterien ist ohnehin noch nicht bekannt und individuell' und so weiter. Und so fort. 

Zulässig sind nur Untersuchungen auf pathogene Keime, also welche, die ÜBERHAUPT nicht im Stuhl sein sollten, denn wenn man die nachweist, dann stimmt was nicht. Bin ich voll dabei. Wenn ich dann aber die Auswertung solcher Stuhltests sehe, wird da plötzlich die Menge der Keime angegeben. Ach da gehts dann plötzlich doch? Und hat Aussagekraft! Wie geht denn das? Könnt ich mich schon wieder aufregen... Denn auch das ist wieder SCHADE. SEHR SCHADE. Denn auch hier verstecken sich viele Versicherungen hinter der MEINUNG der Fachgesellschaft. Dann bleiben Sie auf den Kosten sitzen. Nicht immer, aber einfach noch zu oft. Aber ich denke das Thema ist langsam im Kommen und irgendwann kommt's dann auch bei den Fachgesellschaften an und dann Jahre später bei den Versicherungen...

Aber auch wenn es noch so ist, wie es ist, sage ich: Die Meinung der Fachgesellschaft ist mir VÖLLIG EGAL! Denn ich sehe sie doch täglich. Meine Patienten. Kommen mit Unwohlsein und seit Jahren geblähtem Bauch. Mit Problemen im Bewegungssystem. Mit Hüft- mit Knieschmerzen. Einfach, weil es im Darm nicht stimmt. Mit Winden, mit denen Sie sich gar nicht mehr ins Theater trauen: Ein junger Student sagte mir:

'Ich traue mich überhaupt nicht mehr in die Unibibliothek zum Lernen. Denn wenn ich da sitze, muss ich mir alles so verkneifen, dass ich mit Schmerzen nach Hause gehe. Zum Teil kann ich mich gar nicht mehr auf den Stoff konzentrieren. Auch in der Vorlesung ist das eine Katastrophe. Das war zwar schon immer so, aber in der Uni ist es jetzt wirklich schlimm geworden.'

Eine Ernährungsumstellung und eine Darmsanierung später strahlt mich der junge Mann an. Und ist geheilt. Nein. HAT SICH GEHEILT. Er musste nur wissen WIE. Mit Darmsanierung.

Wie geht das? In der Kurzform ist das wieder sehr einfach: Man legt falschen Bewohner um. Also die Fäulnisbakterien und Pilze, die man nicht haben will. Natürlich nicht mit Antibiotika. Das geht natürlich. Pflanzlich. Und dann siedelt man die Bakterien, mit denen man gerne zusammenleben möchte, wieder neu an. Fertig. Ja, so einfach ist das. Das klingt zu einfach, um wahr zu sein? Ist es aber! Ich gebe zu, es ist oft langwierig, aber was ist schon lang, wenn es um eine Verbesserung für den Rest des Lebens geht. Und es geht. Sie beweisen es mir - täglich. Dafür vielen Dank!

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