Eisenmangel

Immer wieder erreichen uns Anfragen zur Möglichkeit der Eiseninfusion. In der Kurzversion - ja, wir führen Eiseninfusionen durch - wenn die Indikation stimmt und wir das Gefühl haben, dass die Infusion Ihnen helfen wird. Daher hier einige Ausführungen zum Eisenmangelsyndrom.

Was bedeutet Eisenmangel

Eisen ist essentieller Bestandteil des Blutes und dient verschiedenen Zwecken. Am bekanntesten ist sicher seine Rolle bei der Bildung des Sauerstoffträgers Hämoglobin, dessen zentraler Bestandteil es ist. Der Eisenbestand im Blut kann gemessen werden. Allerdings ist für die Diagnose Eisenmangel das in der Regel gemessene Eisen (Fe) nicht ausreichend. Idealerweise sollte daneben der Ferritinspiegel und der Transferrinspiegel gemessen werden. Vertrackterweise ist der laborchemische Messwert jedoch erst in Zusammenschau mit der Symptomatik des Patienten zu bewerten. Denn viele Patienten zeigen Symptome des Eisenmangels schon bei Eisenwerten, die aus schulmedizinischer Sicht im Normbereich liegen.

 

Symptome

Auch wenn ein chronischer Eisenmangel bei Männern deutlich seltener ist, sehen wir diese Patienten in letzter Zeit immer häufiger, die Ursachen sind nicht ganz klar, die Auswirkung aber im Grunde die gleichen, wie bei den weiblichen Patienten:

  • Es kommt es zu anhaltender Müdigkeit, die sich in Leistungsverlust und erhöhtem Schlafbedürfnis äussern.
  • Bei Frauen werden häufig die Finger oder Fussnägel brüchig oder spröde
  • Häufig verlieren die Haare Haare ihren Glanz oder gehen aus 
  • Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen, Verspannungen
  • Häufig sind auch seelische Probleme auf dem Boden der chronischen Erschöpfung

 

Ursachen

Bedingt durch verschiedene äussere und innere Faktoren leiden manche Menschen an chronischem Eisenmangel. Besonders häufig betroffen sind Frauen vor der Menopause, die unter stärkeren Blutungen leiden. Besonders Patienten mit Endometriose oder Uterusmyomen sind gefährdet. Der damit verbundene Blutverlust, geht gleichzeitig mit einem hohen Eisenverlust einher. Unter bestimmten Voraussetzungen kann ein anhaltender Eisenmangel auch nach Operationen mit höherem Blutverlust auftreten. Auch in der Schwangerschaft oder nach einer Geburt können sich die typischen Symptome ausbilden. Sowohl bei Männern als auch bei Frauen können Nahrungsmittelunverträglichkeiten durch unvollständige Aufspaltung und Aufnahme von Nährstoffen zu Eisenmangel führen.

 

Therapie

Je nach Ausprägung und Begleiterkrankungen bieten sich hier verschiedene Therapiemöglichkeiten an. Geringe Mängel, können bei nicht allzuhohem gleichzeitigen Verlust durch Einnehme von Eisentablette ausgeglichen werden. In vielen Fällen von ausgeprägtem Erschöpfungssyndrom ist eine orale Substitution (also mit Tabletten) nicht praktikabel. Zum einen haben hohe Dosierungen von Eisen in Tablettenform häufig unangenehme Nebenwirkungen, wie beispielsweise Obstipation (Verstopfung), zum anderen liegen wie erwähnt ohnehin oft Aufnahmestörungen im Darm vor, die eine orale Auffüllung schlicht unmöglich machen. 

In diesen Fällen empfehlen wir stattdessen eine Eiseninfusionsbehandlung, sofern keine Gegenanzeigen oder andere Grunderkrankungen bestehen. Die Infusionsbehandlung kann - bei entsprechender Indikation - bei uns jederzeit durchgeführt werden.

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